Zusammenfassung
Das Projekt Pro-Beruf-Ostbrandenburg wird gefördert im Rahmen des Programms "Perspektive Berufsabschluss" – Förderinitiative: „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) aus Bundesmitteln und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Die Projektlaufzeit umfasst vier Jahre (01.05.2008 – 31.03.2012).
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, den Anteil von jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss nachhaltig zu senken und somit die Beschäftigungschancen dieser Gruppe dauerhaft zu verbessern. Es richtet sich aber auch an Unternehmen, die einen Fachkräftebedarf haben und daran interessiert sind, ihre geringqualifizierten Beschäftigten abschlussorientiert weiterbilden zu lassen.
Dieses Vorhaben wird insbesondere durch Sensibilisierung und Informationsbereitstellung für arbeitslose und beschäftigte junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sowie die individuelle Erstellung einer Berufsabschlussbiographie unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen persönlichen und beruflichen Qualifikationen der Teilnehmer erreicht. Die Biographie beinhaltet die inhaltlichen und formellen Erfordernisse der (modularen) Nachqualifizierung, die Finanzierungsmöglichkeiten sowie Durchführungs- und Lernorte (Unternehmen/ Bildungsdienstleister), um die Zulassung zu einer externen Prüfung zu gewährleisten.
Außerdem werden Unternehmen gegenüber dem Thema der Nachqualifizierung ihrer un- und angelernter Mitarbeiter aufgeschlossen, damit sie in ihnen die bisher wenig genutzte Reserve als zukünftige Fachkraft erkennen und mit entsprechender Förderung gegebene oder erwartete Lücken in den betrieblichen Fachkräftestrukturen schließen können. Da der Bedarf an Qualifizierung von Un- und Angelernten von Betrieb zu Betrieb variiert, werden die Unternehmen und ihre Beschäftigten bedarfsorientiert beraten und begleitet.
Dabei werden Finanzierungsmöglichkeiten einer Nachqualifizierung und der damit verbundene Arbeitskraftausfall erörtert. Die verantwortlichen Projektmitarbeiter übernehmen dabei eine moderierende und beratende Rolle und stehen den jungen Erwachsenen und Unternehmen bei Fragestellungen zur Verfügung.
Neben diesen Aufgaben wird von den Berufsbegleitern eine Qualifizierungsbedarfsanalyse, die u.a. Auskunft über Fachrichtung, Umsetzung, Umfang und Probleme zu Nachqualifizierung seitens der jungen Erwachsenen und Unternehmen geben wird, durchgeführt. Diese aufbereiteten Angaben werden den Bildungsdienstleistern in der Region Ostbrandenburg zur Verfügung gestellt. Parallel dazu wird eine Umfrage zu den Bildungsangeboten der regionalen Dienstleister zum Thema Nachqualifizierung gestartet. Als Ergebnis werden die Potenziale der Angebotsseite und die Anforderungen der Nachfrageseite gegenübergestellt mit dem Ziel der Optimierung ihrer Deckung im Bereich der Nachqualifizierung. Dies geschieht in Form von Handlungsempfehlungen zu Produkten und Dienstleistungen, die auf den Projektergebnissen und damit dem erworbenen Prozesswissen und Kompetenzen basieren.
Zusätzlich umfasst das Leistungsspektrum des Projekts eine komplexe und vielschichtige Netzwerkarbeit im Rahmen des Netzwerks Fachkräftenachwuchs (FaN) für Oderland-Spree. Sie führt zur nachhaltigen Verbesserung der Rahmenbedingungen der berufsorientierten Nachqualifizierung, um vorhandene Ressourcen zu bündeln, Synergieeffekte zu erzielen und Vorhaben zu koordinieren, damit eine gemeinsame Strategie der beteiligten Akteure entstehen kann. Im Rahmen der Netzwerkarbeit werden die gegenwärtigen Strukturen und die vorhandenen vielfältigen Förderangebote zur Nachqualifizierung von Un- und Angelernten effizienter eingesetzt und besser miteinander verknüpft.
Die gesamte Projekttätigkeit wird im Pro-Beruf-Regionalcenter koordiniert. Dieses Regionalcenter übernimmt die Funktion einer Steuerungs- bzw. Schnittstelle zur Etablierung der Idee und Lernkultur der abschlussorientierten Nachqualifizierung als Form des lebenslangen Lernens und Möglichkeit zur Fachkräftesicherung. Durch bereits vorhandene und bewährte Kooperationsstrukturen sollen gleichermaßen Unternehmen und ihre Personalverantwortlichen, junge Erwachsene mit und ohne Berufsabschluss, die tätigen Arbeitsmarktakteure sowie Bildungsdienstleister individuell und fallbezogen für die Idee aufgeschlossen, sensibilisiert, informiert, beraten und zueinander gebracht werden.


